Gatty Herkunft: Der seltene metronymische Nachname
Der ungewöhnliche Nachname Gatty, der hauptsächlich in der Gemeinde St. Sampson oder Golant in Cornwall und in Exeter, Devonshire, vorkommt, hat seinen Ursprung im frühmittelalterlichen England. Er gehört zu einer seltenen Gruppe von Nachnamen, die als „metronymisch“ klassifiziert werden und bei denen die ursprüngliche Quelle des Namens die Mutter des ersten Trägers ist, im Gegensatz zum häufigeren Patronym, bei dem die Ableitung über die männliche Linie erfolgt. In der europäischen Gesellschaft, die im Laufe der Geschichte überwiegend patriarchalisch geprägt war, war es typischerweise der Vorname des männlichen Haushaltsvorstands, der als Unterscheidungsname an nachfolgende Generationen weitergegeben wurde.
Im Fall von Gatty leitet es sich von „Gattie“ oder „Gatty“ ab, mittelalterlichen Koseformen des weiblichen Namens Gertrude, die typisch für England sind. Der eigentliche Ursprung von Gertrude ist ein altgermanischer Personenname, der „Speerstärke“ oder möglicherweise „Speerzauberer“ bedeutet. Ursprünglich von einer der nordischen Walkürengöttinnen getragen, die die getöteten Helden vom Schlachtfeld nach Walhalla, dem Reich der Glückseligkeit, führte. Der Nachname wird jetzt anders geschrieben als Galtrie, Gat(t)y, Gattey und Gattee.
Historische Aufzeichnungen und bemerkenswerte Erwähnungen
Am 5. Oktober 1573 heiratete Thomas Gatty Elizabeth Couch in St. Sampson oder Golant, Cornwall. Eine Taufe für William Gatty in derselben Gemeinde wurde am 1. April 1585 registriert. Die Taufe einer gewissen Elizabeth Gatty fand am 24. April 1687 in Exeter, Devonshire, statt. Die erste dokumentierte Schreibweise des Familiennamens stammt von Thomas Gatty am 2. September 1568, der während der Herrschaft von Königin Elisabeth I. als Zeuge bei einer Taufe in St. Sampson oder Golant, Cornwall, auftrat.
Nachnamen wurden notwendig, als die Regierungen die Personenbesteuerung einführten. In England war dies als Poll Tax bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Nachnamen in allen Ländern immer weiter „entwickelt“, was oft zu bemerkenswerten Abweichungen von der ursprünglichen Schreibweise führte.
Laut der Veröffentlichung von Charles Wareing Endell Bardsley aus dem Jahr 1896 mit dem Titel „A Dictionary of English and Welsh Surnames“ leitet sich der Nachname Gatty vom Spitznamen „der Sohn von Gertrude“ ab.
Bemerkenswerte erwähnte Instanzen
Einige bemerkenswerte Beispiele des Nachnamens Gatty in historischen Aufzeichnungen sind:
- 1618: Hochzeit von Henry Parkehurst und Gartwrite Wetherall in St. Antholin, London.
- 1666: Garthred Good wird im Register von Broad Chalke, Wiltshire, eingetragen.
- 1698: Gartrude, die Frau von Marke Lawrie im Register von St. Columb Major.
- 1730: Deborah Gatty, Witwe, im selben Register.
- 1728: William Gattey wird im Register von St. Columb Major eingetragen.
- 1782: Hochzeit von William Gattie und Ann Stead in St. George, Hanover Square.
Diese Beispiele geben einen Einblick in die historische Präsenz des Nachnamens Gatty in verschiedenen Regionen und Zeiträumen.
Schlussfolgerung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Nachname Gatty ein einzigartiger metronymischer Name mit Wurzeln im frühmittelalterlichen England ist, der speziell mit dem Namen der Mutter verbunden ist. Seine Entwicklung und Variationen im Laufe der Zeit spiegeln die Komplexität der Nachnamensentwicklung in verschiedenen Gesellschaften wider. Durch historische Aufzeichnungen und bemerkenswerte Erwähnungen können wir die Präsenz des Nachnamens Gatty in verschiedenen Kontexten nachverfolgen und so Aufschluss über seinen Ursprung und seine Bedeutung in genealogischen Studien geben.
Quellen:- Bardsley, Charles Wareing Endell. „Ein Wörterbuch englischer und walisischer Nachnamen.“ 1896.